Muslime und Christen zeigen,
dass es auch anders geht!

Wir alle wissen, dass eine Gesellschaft auf gemeinsamer Kooperation, verbindenden Gespräche und gegenseitigem Verständnis basiert – und so divers, wie die Mitglieder einer Gesellschaft sind, so sind es auch ihre Weltanschauungen.

Doch wie erlangt man wahres Verständnis über andere Religionen? – Eine Frage, über die wir Sufis uns viele Gedanken gemacht haben. Wir kamen auf den Dialog, eine Brücke, die Verschiedenheit und Verständnis vereinen kann. Eine Brücke, die den Übergang und die Parallelen, die Islam und Christentum aufweisen, vereint und zeigt, dass durch den interreligiösen Dialog zwischen den beiden Religionen Harmonie und Frieden entsteht.

Die Düsseldorfer Gemeinde der MTO Shahmaghsoudi, Schule des Islamischen Sufismus ® und die christliche Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen wollen mit ihren Dialogabenden zeigen, dass es auch anders geht. Dabei ist MTO die erste Sufi-Gemeinde in Deutschland, die sich bereits seit Jahren die Umsetzung eines solchen interreligiösen Austausches zur Aufgabe gemacht hat.

Diese Dialogabende wollen veranschaulichen, dass es natürlich Parallelen zwischen den Religionen gibt und Toleranz und Achtsamkeit für religiöse Ansichten anderer das A und O sind.

Diese Parallelen wurden insbesondere beim letzten Christlich Islamischen Dialogabend, der am 30. Januar stattfand, deutlich. Bereits im Vorfeld zu diesem Termin fanden Dialogtreffen zu Themen wie „Glaubenserfahrungen“ oder „Spiritualität und Musik“ statt. Das Thema der dieser Veranstaltung war jedoch das „Gottesbild“. Wegen der hohen Anzahl der Besucher teilte sich die Gruppe in zwei Arbeitsgruppen auf. In den einzelnen Gruppen sprachen die Teilnehmer über das religiöse und individuelle Verständnis des „Gottesbildes“ und tauschten sich zu ihren unterschiedlichen Ansichten aus. In einer gemeinsamen Endrunde hat dann jeder nochmal in 1-2 Sätzen sein „Gottesbild“ präsentiert. Es war schön zu sehen, dass es sowohl viele Unterschiede als auch viele Gemeinsamkeiten gab, über die sich die Sufis und Christen austauschen konnten. Doch mit diesen Dialogtreffen nicht genug – auch in Zukunft werden weitere Dialoge in Form eines Antirassismus-Workshops zum Thema des gemeinsamen Handelns und der „Hoffnung auf ewigem Leben“ stattfinden – das nächste Mal Mitte März.

Matthias Heyen, Shirin Dawai und Sahar Fischer, die neben ihrem Studium, dieses Projekt ins Leben gerufen haben, ist der Austausch zwischen Christen und Muslimen ein besonderes Anliegen. „Unser Ziel ist es junge Leute dazu zu ermutigen, sich mit ihrem Glauben und dem Glauben anderer bewusst auseinanderzusetzen, um so Ressentiments aus der Welt zu schaffen und die Gesellschaft aktiv zu verstehen und mitzugestalten“, so Sahar Fischer, eine junge Schülerin der Düsseldorfer Sufi Gemeinde.

Der Sufismus ist eine in allen Islamischen Ländern bekannte und gelebte Strömung, deren Hauptideologie die Erfahrbarkeit Gottes durch Gebet, Fasten, Gottesgedenken und alle anderen islamischen Prinzipien ist. Dabei steht im Sufismus die unmittelbare Wirkung der religiösen Praxis durch absolute Konzentration im Vordergrund. Die Handlung und das eigene Ich stehen im Zentrum des Sufismus.
Der Sufismus gleicht einer Lebensphilosophie, die leicht in allen Lebenslagen, durch das Erlangen von Konzentration, Balance und Harmonie im Alltag, angewendet werden kann.

MTO ist eine dem Islamischen Sufismus zugehörige, weltweit bestehende Religionsgemeinschaft, die auch in Deutschland seit über 30 Jahren mit mehreren Gemeinden etabliert ist.